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Staatliche Regelschule "Oststadt Gotha"
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Oststadtschüler machen einen Ausflug in die jüngste Geschichte

Für die Generation der heute 14, 15jährigen liegt das, was wir gemeinhin als DDR-Zeit bezeichnen, weit zurück. Was uns Ältere 25 Jahre nach dem Fall der Mauer noch so gegenwärtig scheint, ist für sie nicht mehr fassbar, vorstellbar. Zum Glück, sollte man meinen. Doch wir schützen nur das, was wir kennen, das, was uns lieb und wert ist. Die ungeheuren und durchaus nicht selbstverständlichen Werte der Demokratie, der Rede-, Presse-, Meinungs-, Religions- und Reisefreiheit sind Alltag geworden. Manchmal schimpfen wir, manchmal sind wir unzufrieden – und vergessen dabei, dass uns genau diese Kritik an bestehenden Verhältnissen noch vor einem viertel Jahrhundert Kopf und Kragen hätte kosten können. Das hohe Gut der Demokratie wahrzunehmen, indem wir einen Blick in unsere jüngste Geschichte werfen, war das Ziel einer Exkursion in die Gedenkstätte im Gebäude der ehemaligen Stasi-Untersuchungshaftanstalt in der Erfurter Andreasstraße.
Gelegentlich, so scheint es, wissen Jugendliche mehr über mittelalterliche Burgen als über die Vergangenheit ihrer eigenen Eltern oder Großeltern. Damit das nicht so bleibt, nutzten 38 Schüler der neunten Klassen der Gothaer Oststadtschule ein Angebot der erst seit einem Jahr bestehenden Bildungs-und Gedenkstätte. Von jungen Mitarbeitern sachlich und fachkundig begleitet, erlebten die Schüler einen Rundgang durch die nach den Themenbereichen HAFT-DIKTATUR-REVOLUTION gegliederte Ausstellung. Tief betroffen und nachdenklich zeigten sich die meisten nach dem Rundgang durch den Zellentrakt. Eindrücklich wurde herausgestellt, dass eine andere politische Meinung, eine offene Opposition oder der Fluchtversuch ausreichten, einem Menschen nicht nur die Freiheit, sondern die Würde zu nehmen. Wie die SED sämtliche öffentliche Lebensbereiche durchdrang, so dass viele der DDR-Bürger zu Nischenmenschen wurden, sich in die Familie, den Freundeskreis zurückzogen, wie diese Partei ein dichtes Netz diktatorischer Strukturen webte, zeigte-multimedial bereichert-der zweite Ausstellungsteil. Den Aufbruch und letztlich Ausbruch aus diesen Strukturen würdigt der dritte Abschnitt. Höhepunkt und Bereicherung für den Großteil der Schüler war jedoch das im Anschluss geführte Zeitzeugengespräch mit dem Thüringer Guntram Erbe, einem ehemaligen Ingenieur der Erfurter Optima, der Mitte der 80er Jahre mit einem selbst konstruierten und gebauten Leichtflugzeug aus der DDR flüchten wollte. Der Versuch scheiterte, seiner Frau und ihm blieb das Martyrium durch die Untersuchungshaftanstalt und spätere Verurteilung als politischer Häftling nicht erspart. Die völlige Stille, Konzentration, beinahe Andacht während dieses Gespräches zeigte nicht nur das Interesse der Jugendlichen, sondern auch ihre Anteilnahme.
Übrigens: Die Gedenkstätte bekam Anfang November einen Preis der britischen Reisejournalisten für eine unbedingt sehenswerte Stätte. Den Preis hat die „Andreasstraße“ verdient. Die Ausstellung im historisch authentischen Gebäude ist modern, informiert sachlich auf hohem Niveau und berührt dabei ungemein. Die meisten Besucher werden nachdenklicher gehen, als sie kamen. So erging es auch unseren Schülern. Was kann ein Gedenkort mehr erreichen?

*_C.Hobohm*_
*_Klassenlehrerin*_

Dez.2014




Für die Klasse 7b wurde es vor den Herbstferien noch einmal interessant.
Ziel der diesjährigen Herbstexkursion war in Erfurt das Druckerei Museum im Benary-Speicher.

Das Projekt “Vom geschriebenen zum gedruckten Buch”

wurde von der Museumspädagogin Frau Breitkreutz des Stadtmusems Erfurt betreut.
Es wurde in zwei Gruppen durchgeführt.
Die erste Gruppe beschäftigte sich praktisch mit historischen Schreibtechniken. Die Schüler und Schülerinnen versuchten mit Feder und Tinte die alten deutschen Schriftzeichen (Sütterlin) auf Papier zu bringen. Ebenso wurden das Schreiben auf Schiefer- und Wachstafeln ausprobiert.
Auch ging man der Frage nach:“Was ist Pergament?”
Die zweite Gruppe wurde in derselben Zeit, von einem technischen Mitarbeiter des Druckerei Museums die historische Setz- und Drucktechnik erklärt und vorgeführt. Dabei konnten sich die Schüler und Schülerinnen selbst eine Druckgraphik erstellen. Manch einer musste all seine Kräfte für diesen einen Druck mobilisieren. Papierschneiden (bis ca. 500 Blatt) mit einer von Hand betriebenen Schere und Bucherbindemaschinen wurden vorgeführt.
Nach etwa einer Stunde wechselten die Schülergruppen somit konnte jeder auch den anderen Abschnitt kennenlernen.
Nach ca. zwei Stunden ging es dann wieder zurück nach Gotha mit einem gehörigen Zuwachs an Wissen über die Herstellung von Medien mit historischer Technik.
Übrigends, die meisten der Exponate waren bis Anfang der neunziger Jahre in Druckereibetrieben und Verwaltungen im täglichen Einsatz.

F.Schimmel
02.10.2014




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